Du musst noch nicht am Ziel sein

Shownotes

Muss ein Problem vollständig verschwinden, damit Veränderung wertvoll ist?

Genau um diese Frage geht es in dieser Episode von beWEGt.

Wir neigen dazu, Veränderung vom Ergebnis her zu betrachten: Ziel erreicht oder nicht erreicht. Schmerz da oder Schmerz weg. Durchgehalten oder gescheitert.

Dabei übersehen wir leicht all das, was dazwischen geschieht.

Vielleicht ist der Schmerz noch da – aber du kannst wieder eine halbe Stunde spazieren gehen. Vielleicht hast du dein Ziel noch nicht erreicht – aber du gehst heute anders mit dir um. Vielleicht bist du vom geplanten Weg abgekommen – und stellst fest, dass eine andere Route viel besser zu dir passt.

Ich spreche in dieser Folge darüber,

warum Alles-oder-nichts-Denken unsere Möglichkeiten einschränken kann, was psychologische Flexibilität mit Beweglichkeit zu tun hat, warum ein Ziel Orientierung geben darf, ohne den Weg dorthin festzulegen, weshalb wir einmal getroffene Entscheidungen immer wieder überprüfen dürfen, was meine persönliche „Via-Roma-Geschichte“ damit zu tun hat, warum eine kleine Verbesserung bei Schmerzen alles andere als wertlos ist, wie mir auf einer Wanderung mit zwölf Kilo Gepäck eine Veränderung meines Aufmerksamkeitsfokus geholfen hat, wie sich das Prinzip der Kursänderung auf Ernährung, Bewegung und andere Gewohnheiten übertragen lässt, und warum Segeln für mich ein wunderbares Bild dafür ist, wie wir unser Leben gestalten können. Eine Frage zum Mitnehmen

Statt dich am Ende eines Tages nur zu fragen:

„Habe ich mein Ziel erreicht?“

könntest du dich fragen:

„Bin ich heute einen kleinen Schritt in die gewünschte Richtung gegangen?“

Und wenn du merkst, dass dein Kurs gerade nicht mehr stimmt, bedeutet das nicht, dass du gescheitert bist.

Du kannst innehalten. Wahrnehmen. Neu entscheiden. Und deinen Kurs korrigieren.

Vielleicht ist genau das Beweglichkeit:

Nicht immer auf dem richtigen Weg zu sein, sondern immer wieder herausfinden zu können, welcher nächste Schritt für mich jetzt hilfreich ist.

beWEGt – der Podcast für Körper, Nervensystem und die Freude am Unterwegssein.

Mehr über mich und beWEGt

Mehr über meine Arbeit, meine Angebote und Wanderlust findest du auf maikelenz.de

Auf Instagram findest du mich hier: @maike_lenzscheele

Schön, dass wir ein Stück des WEGes gemeinsam gehen.

Transkript anzeigen

00:00:00: Bei jedem Schritt hat mir in der Hüfte etwas weh getan.

00:00:03: Hab ich den Rucksack abgesetzt.

00:00:04: bei einer Pause, merkte ich die Schmerzen sind weg!

00:00:08: Das heißt es hing wirklich an den zusätzlichen zwölf Kilo Gewicht, die ich mit mir rumzutragen hatte.

00:00:14: Hallo und herzlich willkommen bei bewegt dem Podcast für Körper-Nervensystem und Freude unterwegs zu sein.

00:00:22: Ich bin Maike, ich bin interessiert daran herauszufinden wie wir beweglicher sein können im Inneren und dem Äußeren.

00:00:30: Und in dieser Episode erfährst du, wie eine klare Richtung dir Orientierung geben kann – auch wenn du dein genaues Ziel oder den Weg dorthin noch gar nicht kennst!

00:00:42: Du erfährsst auch warum kleine Veränderungen mehr Bedeutung haben können als für ihn oft zugestehen.

00:00:48: Zum Beispiel, wenn Schmerzen nicht verschwinden aber etwas leichter wird und wieder mehr möglich ist….

00:00:56: …und wie du im Alltag deinen Kurs verändern kannst ohne gleich dein ganzes Leben umkrempeln zu müssen.

00:01:03: Bei Gewohnheiten, Ernährung, Bewegungen oder der Frage wie du in Zukunft leben möchtest?

00:01:10: Bevor es gleich losgeht kannst du nur noch einen Moment innehalten und verschnaufen!

00:01:28: Ja wir wünschen uns so oft dass Veränderung jetzt und sofort geschieht und eigentlich schon fertig ist.

00:01:37: das Endprodukt Der Schmerz soll weg sein.

00:01:42: Ich will jetzt den Körper mit zehn, zwanzig oder dreißig Kilo weniger im Spiegel sehen.

00:01:49: Ich möchte heute das Leben leben, dass ich mir erträume.

00:01:54: Das ist nicht bewusst aber es gibt da etwas Unbewusstes, dass diesen Perfektionswunsch hat und hundert Prozent des gesetzten Ziels erreichen möchte – möglichst schnell!

00:02:10: Und dabei ist es oft viel wichtiger, die Richtung hier und heute zu wechseln hin zu dem Ort wo ich hin möchte.

00:02:19: Und dort hat was mit Orientierung zu tun Denn zwischen hundert Prozent Problemen und null Prozent Problem liegt sehr viel Leben.

00:02:31: Darum geht es im Leben lebendig sein.

00:02:35: Es gibt verschiedene Gründe aus meiner Sicht, die dazu führen.

00:02:39: Zum einen halten wir oft zu lange an einem einmal gesetzten Ziel fest, ohne es zur Hinterfragen in dem Moment wenn es sich vielleicht nicht mehr so gut anfühlt.

00:02:50: Wir haben oft auch den Pillig mehr auf das gerichtet was nicht funktioniert.

00:02:57: Das ist auch ein gesellschaftliches Phänomen und wenn der Fokus hauptsächlich auf dem Negativen ist dann erhält es mehr die Probleme oder das hält sie aufrecht Und es lässt sie größer erscheinen, wie Sie vielleicht sind.

00:03:13: Ich könnte ja zum Beispiel auch sagen der Blick auf das was noch nicht funktioniert und das macht schon einen Riesenunterschied statt zu sagen den Blick auf dass richten was nicht funktioniert Das ist ultimativ!

00:03:30: Genauso ist es mit diesen ganzen ultimativen Ausrichtungen alles oder nichts entweder oder schwarz oder weiß.

00:03:42: Und da gibt es doch so viel Krauthöne dazwischen, die übersehen wir dann dieses ganze Spektrum was sich zwischen den extremen befindet.

00:03:50: das bespielen wir gar nicht und da ist für mich so die Lebendigkeit des beweglichen das atmen und wir können dass auch psychologische Flexibilität nennen die sich dazWischen befindet.

00:04:05: und wenn ich aber in den ultimativen Aussagen bin von alles oder nichts dann gibt es die nicht.

00:04:13: Dann gibt es kein sowohl als auch, ja?

00:04:17: Sowohl als Auch heißt Flexibilität.

00:04:20: Oft ist es auch so dass wir alles richtig machen wollen und da ist ja erstmal nix falsch dran.

00:04:27: Es führt aber dazu das wir Fehler vermeiden Und dass wir uns an oft zu engen Rahmenbedingungen orientieren absolute Wahrheit und ein absolutes Richtig.

00:04:47: Aus meinem konstruktivistischen Denken heraus gibt es das nicht, sondern wir gestalten uns unsere Realität in jedem Moment neu!

00:04:58: Ja was können wir mit all dieser Problematik machen?

00:05:03: Wir können kleine Kursänderungen vornehmen und dies auch verschiedene Situationen oder Kontexte in unserem Leben anwenden.

00:05:12: wenn ich das also auf das Wandern übertrage.

00:05:17: Dann überlege ich mir im Vorfeld, wo will ich hin?

00:05:20: Ich suche mehr etwas aus, wo ich vielleicht in einer Hütte einkehren möchte und dann gibt es ganz viele Möglichkeiten wie ich dahin gelangen kann.

00:05:31: Ich kann den vorgegebenen Weg der mit Hinweisschildern an Bäumen markiert ist folgen.

00:05:37: Ich kan aber auch an einer Weggabelung sagen ach ich nehme hier noch einen kleinen Umweg oder eine kleine Schleife, weil da scheint etwas Interessantes zu sein.

00:05:47: Ich kann auch einen flacheren Weg wählen und dafür ein Umbeginn kaufnehmen!

00:05:54: Und vielleicht ändere ich wegen des Wetters die Route ab?

00:05:58: Ich verweile länger in einer Schutzhütte, weil es eben regnet und ich nicht im Regen laufen will... ...und dann komme ich doch nicht so weit an diesem Tag wie ich mir eigentlich vorgenommen hatte.

00:06:11: Und vielleicht stelle ich einfach auch zwischendrin festnehe.

00:06:14: Heute passt eine andere Strecke besser zu mir und meiner Tagesform.

00:06:21: Das heißt also das Ziel, dass ich mir vorgenommen habe gibt mir eine Orientierung und gibt mich auch die Motivation auf den Weg zu machen.

00:06:30: aber die Richtung, dass sich mit mir immer wieder in Kommunikation und Rückkopplung bin diese Richtung führt mich.

00:06:40: Das heisst der Weg hin zum meinem Ziel darf sich verändern Und eine kleine Kursänderung verändert bereits, wo ich später ankomme.

00:06:52: Beim Wandern ist uns das völlig selbstverständlich – wenn wir uns das jetzt mal so bewusst machen!

00:06:58: So im allgemeinen Leben erstaunlicherweise viel weniger... normalen Leben so ständig unterwegs mit unserem Körper, mit unseren Gewohnheiten.

00:07:14: Mit unserem Essverhalten, mit unserer Arbeitssituation, mit unseren Beziehungen und unseren Vorstellungen davon wie wir leben möchten.

00:07:22: Und bei all diesen Themen können wir uns immer wieder die Frage stellen in welche Richtung bewege ich mich eigentlich gerade?

00:07:34: führt das, was ich gerade tue, dorthin.

00:07:45: Wo ich hin möchte?

00:07:46: Führt es mich eher dorthIN oder eher weniger dorthinn wo ich

00:07:51: hinmöchte?".

00:07:55: Und diese Fragen sind Momente des Innehaltens wert!

00:07:59: Die kann ich auf einer Bank verbringen, wo ich in die Weite schaue... ...oder in einem Wald, wo Ich diese Ruhe und das Rauschen der Blätter im Hintergrund habe oder auch zu Hause auf dem Sofa.

00:08:18: Aber wichtig ist, dass ich mir ab und zu Zeit nehme, da mal nachzufragen.

00:08:23: Denn wie ich eben sagte es gibt ja dieses Problem oder dieses Phänomen das wir zu lange an Dingen festhalten für die wir uns einmal entschieden haben.

00:08:37: Das können Konzepte sein Ansichten sein, die wir über irgendetwas schon mal hatten.

00:08:46: Die sich aber vielleicht ändern.

00:08:50: und an dieser Stelle mag ich ein persönliches Erlebnis teilen.

00:08:55: Das hat mit einer Geschichte zu tun, die habe ich mit meinem Mann vor ungefähr zehn Jahren erlebt.

00:09:00: Wir hatten einen Urlaub geplant und haben im Vorfeld für drei Tage ein Airbnb gebucht.

00:09:06: Wir haben das auch schon bezahlt Und sind dort irgendwann am Abend in dieser italienischen Stadt angekommen, haben ein Zimmer in diese Wohnung gezogen und merken dann auch ja das ist doch nicht so groß wie wir dachten.

00:09:19: es gibt da noch zwei weitere Hunde neben unserem kleinen die den gar nicht in Ruhe lassen wollten.

00:09:27: In der Nacht war schnell klar dass auch irgendwas im Raum was bei mir allergische Reaktionen ausgelöst hat.

00:09:35: ich habe schlecht geschlafen Das Frühstück war gut, ja das kann ich sagen.

00:09:41: Aber es war einiges dort was überhaupt nicht zu der Richtung gepasst hat jetzt einen erholsamen Urlaub dort zu verbringen und diese ersten drei Tage zum Ankommen genießen zu können.

00:09:54: Wir sind nach dem Frühstuck rausgegangen haben einen ersten Spaziergang mit dem Hund gemacht Und Ich hatte so die Haltung Naja...Ich werde da schon irgendwie durchstehen diese drei Tage Und mein Mann ist da ein Segen ganz anders gestrickt.

00:10:12: Er hat deutlich mehr psychologische Flexibilität, wie ich.

00:10:17: Ich habe dazu gelernt aber zu dem Zeitpunkt war es noch sehr unterschiedlich und er hat gesagt warum sollen wir denn da bleiben?

00:10:26: Wir haben bezahlt!

00:10:28: Wir können auch entscheiden wann wir wieder weiterfahren.

00:10:31: Ja das haben wir dann auch gemacht.

00:10:33: Wir sind aufgebrochen, wir haben unsere Sachen gepackt, sind weitergefahren und das wars.

00:10:39: Wir haben im nächsten Hafenort eine wunderbare und bisher einmalig beste Spaghetti-Portion gegessen.

00:10:49: Wir haben am Nachmittag noch ein wunderbares Zimmer gefunden mit Dachterrasse und Blick zum Meer, es war genau das was wir wollten – Ruhe und Ankommen und Erholen!

00:11:00: Und es hat sich ja am Anfang für mich völlig falsch angefühlt.

00:11:04: Das macht man doch nicht?

00:11:06: Ja auch ich habe so Glaubenssätze Und ich bin so froh, dass mein Mann da die Richtung gewechselt hat und mir ermöglicht hat, die Möglichkeiten zu sehen.

00:11:17: Die wir auch haben.

00:11:19: Und seitdem ist das ein geflügeltes Wort – die Via Roma.

00:11:23: Ich glaube es habe ich am Anfang gar nicht erzählt.

00:11:26: Diese Straße in der wir dieses Zimmer gebucht hatten, das konnten wir ja schon sehen bei der Buchung hieß Via Roma und da hätten wir schon hellhörig werden können oder hellsichtig, denn Via Roma das ist wie bei uns Bahnhochstraße.

00:11:41: Da isst es laut!

00:11:42: Da fahren auch die Motorräder morgens schon früh los da ist ein Gequassel und eine Quirle und das ist auch toll aber nicht dann wenn man sich mit Ruhe erholen möchte.

00:11:55: Das heißt unser Kotwort ist also in gewissen Situation jetzt via Roma Und wenn wir eine Unterkunft buchen Dann tun wir das auch nicht mehr in einer Via Roma.

00:12:21: Und wenn wir das Thema Schmerzen nehmen, vielleicht auch chronische Schmerzten dann wird unser Hang zum alles oder nichts denken und zum Verhängnis.

00:12:33: Es ist schon öfter vorgekommen dass Menschen zu mir ins Coaching kommen und sagen der schmerz soll weg und Das ist ja auch vollkommen verständlich.

00:12:44: Nicht dass ich das nicht nachvollziehen könnte.

00:12:48: Nur das ist nicht der Weg zum Erfolg, dass ich mich besser fühle.

00:12:55: Denn wenn wir den Erfolg so definieren – hundert Prozent Schmerz ist schlecht, null Prozent schmerz is gut – dann passiert etwas sehr Interessantes!

00:13:04: Die Veränderung von Hundert auf Achtzig erscheint plötzlich beinahe wertlos.

00:13:11: Dabei könnte eine Veränderungen auf Aachtzig-Prozent bedeuten.

00:13:16: Ich kann wieder eine halbe Stunde spazieren gehen.

00:13:20: Ich schlafe auf einmal besser, ich traue mich wieder mein Bein zu belasten und ich habe insgesamt wieder mehr Zutrauen in mich und meinen Körper entwickelt.

00:13:34: Vielleicht weil ich meinen Körper besser verstehen gelernt habe?

00:13:39: Ich gratte weniger schnell in Angst!

00:13:43: Und ich sehe wieder mehr Möglichkeiten die sich mir zeigen die ich aber nicht wahrnehmen konnte, wenn ich in diesem alles oder nichts denken bin.

00:13:55: Da können wir uns also fragen ist etwas erst hilfreich, wenn das Problem vollständig verschwunden ist?

00:14:03: Oder kann eine Kursänderung bereits wertvoll sein?

00:14:07: Ja da kann man sich fragen welcher Frage folge ich mehr?

00:14:10: welche fühlt sich für mich vertraut an?

00:14:13: und dann dieser stelle kommen wir zu einem Begriff den habe ich eben schon mal erwähnt.

00:14:18: Das ist die psychologische Flexibilität.

00:14:23: Und bei chronischen Schmerzen wird heute wissenschaftlich nicht ausschließlich die Schmerzintensität betrachtet, sondern ob ein Mensch trotz unangenehmer Empfindungen wahrnehmen, entscheiden und sich wieder stärker dem zuwenden kann was ihm wichtig ist tun umsetzen möchte.

00:14:47: Bei chronischen Schmerzen zeigen sich unter anderem Verbesserung bei einer schmerzbezogenen Funktionsfähigkeit, also trotz des Schmerzes kann ich die und die Dinge tun.

00:15:01: eine Schmerzakzeptanz diese psychologische Flexibilität die dann da ist das Katastrophisieren wird deutlich weniger Eine Lebensqualität auch teilweise wieder stärker werden und emotionale Belastungen können besser toleriert werden.

00:15:28: Die Schmerzintensität, wenn wir sie dann messen können selbst verändert sich dagegen oftmals weniger stark als diese anderen Bereiche aber die machen unsere Lebensqualitet ganz subjektiv aus.

00:15:45: Und da geht es um das Erleben messbar ist.

00:15:51: Ja und für unsere Episode hier heißt das, besser leben und weniger leiden ist nicht identisch mit keinen Schmerz mehr haben!

00:16:01: Und vielleicht beginnt Veränderung genau damit dass ich meinen Umgang mit mir selbst verändere?

00:16:08: Und da habe ich eine Geschichte zu erzählen die ich erst vor kurzer Zeit erlebt habe.

00:16:12: Ich bin zwar in einer dreitägigen Wanderung mit meiner Nichte aufgebrochen Wir hatten das Ziel und unsere Orientierung war, wir möchten gerne im Wald übernachten.

00:16:22: Bei dieser Strecke gibt es Trekkingcamps wo man das erlaubt tun darf.

00:16:28: Dafür haben wir also ein Zelt dabei gehabt, wir haben Verpflegungen dabei gehabt Und ich hatte ungefähr zwölf Kilo in meinem Rucksack.

00:16:36: Ich hatte mir im Vorfeld leider nicht die Höhenmeter angeschaut und wir sind losgegangen und ich habe relativ schnell gemerkt Da habe ich Schmerzen.

00:16:48: Bei jedem Schritt hat mir in der Hüfte etwas weh getan, hab' ich den Rucksack abgesetzt.

00:16:53: bei einer Pause merkte ich die Schmerz sind weg.

00:16:57: das heißt es hing wirklich an den zusätzlichen zwölf Kilo Gewicht die ich mit mir rum zu tragen hatte.

00:17:03: Das hätte ich im Vorfeld vermeiden können.

00:17:05: aber nun ja jetzt waren wir auf dem Weg und Ich wollte auch gerne zu dieser Location kommen wo ein leckeres Essen auf uns schon wartete Und dann habe ich das gemacht, was sich auch meinen Klienten immer empfehle.

00:17:22: Ich habe mein Fokus weg von dem genommen, was nicht funktioniert und da stimmt nichts, es funktionierte ja aber was mit Schmerzen funktionierte und auf das, was ich in mir etwas wohlig, etwas leicht und etwas beweglich anfühlt.

00:17:46: und wenn ich mich darauf fokussiert habe ging es wieder etwas leichter weiter, mit etwas mehr Leichtigkeit.

00:17:55: Der Schmerz ist tatsächlich nie verschwunden!

00:17:58: Ich bin neun Kilometer bergauf gegangen – das war dann hinterher unsere Erkenntnis.

00:18:04: Manchmal ist es vielleicht auch ganz gut wenn man sich das im Vorfeld nicht alle so genau anguckt?

00:18:09: Ich hätte aber wahrscheinlich eine andere Entscheidung getroffen, wenn ich auch vorher mal mit einem so schweren Rucksack losgegangen wäre.

00:18:15: Ich habe das früher schon gemacht, aber da hatte ich das vorher trainiert.

00:18:19: Okay, ich war in der Situation.

00:18:22: Ich wollte da ankommen – das war meine Richtung!

00:18:26: Und deshalb habe ich mir immer wieder die Frage gestellt wo in mir scheint es noch etwas Leichtigkeit zu geben?

00:18:36: Ja und auch wenn ich das jetzt in diesem Moment tue, dann geht was auf in mir und ich kann wieder besser atmen.

00:18:45: Wahrscheinlich klingt meine Stimme anders Und mein Gehen ist dann auch anders und der Schmerz fühlt sich nicht ganz so stark an.

00:18:53: Das war meinem Erleben von einer schönen Wanderung wirklich sehr zuträglich, und so ist es mit den verschiedenen Situationen im Rehleben – mit grunischen Schmerzen, mit allen Absichten die ich habe, mit Wanderungen und vielleicht auch mit der Absicht dass ich Gewicht reduzieren möchte alles oder Nichtshaltung entwickeln.

00:19:18: Und dann wird die Waage zum einzigen Maßstab und ich beschränke mich sehr ein, oder ich skippe nach zwei drei Tagen den Plan weil ich will nicht so reduziert essen leben.

00:19:36: Welche Richtung haben meine alltäglichen Entscheidungen?

00:19:40: Statt mich da einem strengenden Reklement unterzuordnen gibt es vielleicht eine interessantere Frage.

00:19:48: haben meine alltäglichen Entscheidungen auf mein Essverhalten.

00:19:54: Zum Beispiel esse ich etwas bewusster, so bin auch präsent beim Essen.

00:20:02: wenn ich mir die Gabel mit dem Essen in den Mund schiebe spüre mich dann dabei und spüre ich Hunger bevor ich etwas esse.

00:20:14: und nämlich auch wahr wenn die Sättigung kommt bewege Häufiger koche ich öfter selbst, kaufe ich frische Lebensmittel ein und pflanze vielleicht sogar etwas an.

00:20:32: Wie beschäftige ich mich mit den Nahrungsmitteln die ich zu mir nehme?

00:20:37: Sodass sie zu Lebensmitteln werden, die mein Leben fördern.

00:20:43: Vielleicht esse ich auch weniger automatisch nebenbei!

00:20:49: Eine einzelne Mahlzeit entscheidet nicht über die Richtung eines Lebensstils Und genauso wenig zerstört eine Pizza einen hilfreichen Kurs.

00:20:59: Da dürfen wir auch etwas flexibler sein!

00:21:02: Kleine Schritte sind hier nicht automatisch eine Wunderstrategie, aber die zugrunde liegende Idee bleibt hilfreich.

00:21:10: Verhaltensänderung entsteht über wiederholtes Alltagshandeln und nicht durch ein einzigen perfekten Tag.

00:21:18: Wenn ich dann am Ende eines Tages mich frage, wie ist das heute gelaufen?

00:21:23: habe ich mein Ziel erreicht, bin nicht angekommen.

00:21:29: Dann könnte ich mir auch die Frage stellen, bin ich heute einen kleinen Schritt in die gewünschte Richtung gegangen?

00:21:36: Statt anzukommen ein Kleinschritt in eine gewünschte Richtung gehen!

00:21:41: Wenn ich diese Haltung entwickle dann verändert sich auch unser Umgang mit Rückschlägen.

00:21:47: Denn wenn ich vom Weg abkomme ist nicht alles verloren.

00:21:50: Ich kann wieder zurückfinden auf dem Weg.

00:21:53: Ich kann mich neu orientieren und vielleicht verändert sich mein Ziel auch etwas dabei.

00:21:58: Wichtig ist, dass wir immer wieder bewusste Kursänderungen vornehmen.

00:22:04: Und ich bin auch Säklerin nicht nur Wandererin!

00:22:08: Ich bin auch auf dem Nährgärner unterwegs... ...und dort sind Kursenderungen sehr wichtig.

00:22:16: wenn ich da weiß wo ich hin möchte dann ist es nicht so, dass ich am Anfang den Kurs setze und dann komme ich da an.

00:22:26: Nein!

00:22:26: Da kommt ganz viel dazwischen der Wind.

00:22:30: Ganz oft hat er seine eigenen Ideen und wenn der Wind mir in Segel rein schlägt – das fängt an zu flattern – dann muss sich mein Kurs korrigieren und so ausrichten, dass das Segel wieder gut im Wind steht damit ich ungefähr in die Richtung komme wo ich hin möchte.

00:22:49: Und dann fange ich an, wieder den Kurs zu ändern und wieder.

00:22:52: Das heißt das ist ein Wiederholender Vorgang.

00:22:57: Das mache ich nicht einmal, sondern das mache ich immer und immer wieder.

00:23:01: Dafür braucht es Bewusstheit.

00:23:04: Beim Segeln ist es relativ einfach weil wenn der Segel fladdert, dann heißt das Kurs ändern oder kann auch sein Nicht nur ändern, sondern auch das Segelreffen oder ich entscheide mich dem Motor anzumachen.

00:23:19: Das gibt ganz unterschiedliche Möglichkeiten auch hier, aber es wird deutlich dass es einen Handlungsbedarf gibt.

00:23:27: Und in unserem Leben kriegen wir das oft nicht mit weil wir so im Alltag gefangen sind und ja... Wir können das Hamsterrat nennen oder auch einfach Routine.

00:23:37: Deshalb ist es gut da immer wieder mal inne zu halten und sich ein paar Fragen zu stellen Wie möchte ich grundsätzlich leben?

00:23:47: Was tue ich immer wieder um da hinzukommen.

00:23:52: Möchte ich mehr Bewegungen, mehr Ruhe, Natur oder auch mehr Begegnungen haben?

00:23:59: Und wenn ich dann so meine täglichen Routinen angucke ja was tue ich um dahin zu kommen?

00:24:05: Dann steh' ich auf wie beginne ich meinen Tag, wie verbringe ich meine Pausen bin ich da auf dem richtigen Kurs und wie gesagt nicht nur einmal hingucken sondern immer wieder Kursänderungen aktualisieren.

00:24:22: Und ganz wichtig ist auch die mentale Ausrichtung, worauf richtig?

00:24:26: meine Aufmerksamkeit auf das was noch nicht funktioniert oder auf das, was bereits ein bisschen leichter geworden ist?

00:24:39: Das ist für mich so eine Art Prüfstein für ne Kurs Änderung.

00:24:43: Wenn es leichter wird, ist es gut und das heißt aber im Umkehrschluss auch wenn es schwerer wird Es ist nicht gut.

00:24:54: Das heißt, nicht alles im Leben muss immer leicht sein?

00:24:58: Nein!

00:24:59: Das heißt entsteht durch diese Veränderung etwas mehr Spielraum wird etwas in mir und um mich herum leichter freier beweglicher lebendiger stimmiger.

00:25:13: das sind so Momenten oder ja das sind Momente an denen ich das messe dass es ein erleben was ich spüren kann Und das gibt mir dann die Information.

00:25:23: Ich bewege mich in eine hilfreiche Richtung da, wo ich hin möchte oder eben nicht und dann kann ich eine Kursänderung vornehmen.

00:25:32: Richtung ist also nicht das Versprechen dass alles gut wird.

00:25:39: Richtung heißt es sich Einfluss nehmen kann wohin mein nächster Schritt geht und vor allem auch wie ich mit mir um gehe wenn ich mich dorthin auf den Weg mache Und dann vielleicht sogar Freude am Unterwegsein erlebe.

00:25:58: Ja, wir sind hier mit am Ende der Episode angelangt und ich freue mich dass du diesen Weg bisher mit mir gemeinsam gegangen bist!

00:26:11: Nun kannst du noch einen Moment verweilen und lauschen und nachklingen lassen.

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